Man nehme alle unregelmäßigen Körper, die aus höchstens vier gleich großen und an den Seitenflächen miteinander verbundenen Würfeln bestehen. Im Ergebnis erhält man drei- und viergliedrige Teile in insgesamt sieben verschiedenen Anordnungen, die mit etwas Geschick zusammengesetzt den sogenannten Soma-Würfel ergeben.
Die sieben Soma-Bausteine laden zum spaßigen Tüfteln und Ausprobieren ein: Wer setzt den XXL-Würfel aus Kunstleder-überzogenem Schaumstoff mit einer Kantenlänge von stattlichen 1,20 m (bestehend aus 3 x 3 x 3 Einzelwürfeln) am schnellsten zusammen? Nach den typischen Anfangsschwierigkeiten wird schnell klar, dass die Vielfalt überraschenderweise schier grenzenlos ist.
So gibt es 240 verschiedene Möglichkeiten, den Soma-Würfel zusammenzubauen – die jeweils symmetrischen Lösungen noch gar nicht mitgerechnet. Weit darüber hinaus lassen sich mit etwas Phantasie auch ganz viele andere Figuren bauen, wie beispielsweise ein Brunnen, eine Sphynx oder eine Schlange, wobei nicht zwingend alle sieben Teile eingesetzt werden müssen.
Den Besuchern soll durch den Umgang mit dem Soma-Exponat ein Gefühl dafür vermittelt werden, dass genaues Arbeiten zielführend ist und die nähere Beschäftigung mit einer Sache zu ungeahnten Lösungen führen kann. Zudem wird das räumliche Vorstellungsvermögen trainiert, und auch der Spaß am spielerischen Ausprobieren kommt nicht zu kurz.
Auf die Idee mit dem Soma-Würfel kam der dänische Spieleerfinder Piet Hein, als er 1936 eine Vorlesung bei Werner Heisenberg über Quantenphysik besuchte. Darin sprach der Nobelpreisträger (1932) und Träger der Max-Planck-Medaille (1933) über die Zerlegung des Raums in Würfel, woraufhin Piet Hein begeistert in seiner Vorstellung anfing, kleine Würfel zu anderen Körpern zusammenzufügen.
Bald schon wurde ihm dabei klar, dass die Anzahl der Polyeder (Körper aus vielen Würfeln) aus drei Einzelwürfeln sehr gering ist, und ging daher zu solchen aus vier Würfeln über. Das Ergebnis seiner Versuche: Es gibt insgesamt nur sieben Polyeder aus bis zu vier Einzelwürfeln, die unregelmäßig aufgebaut sind; die Gesamtzahl der Einzelwürfel beträgt 27, was beim geschickten Zusammensetzen der sieben unterschiedlich aufgebauten Polyeder einen Würfel im Format 3 x 3 x 3 ergibt.

Es gibt insgesamt 240 verschiedene Möglichkeiten, einen sogenannten Soma-Würfel zusammenzubauen, wobei die symmetrischen Lösungen nicht mitgerechnet sind. Diese Anzahl lässt sich übrigens nicht mit einer Formel berechnen, sie ergibt sich lediglich durch systematisches Ausprobieren.
Der Begriff Soma bedeutet so viel wie Körper oder auch Teil, er steht im Sanskrit aber auch für einen gekelterten Saft, der zu kultischen Zwecken getrunken wurde. Darüber hinaus hat Aldous Huxley in seinem Roman „Brave New World“ (1932) eine fiktive Droge als Soma bezeichnet, mit deren Hilfe man sich nach der Idee des Autoren in einen selbstvergessenen, traumhaften Zustand versetzen kann.